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12 Mädels, 12 Pferde in 3 Tagen! Teil 2

Samstag:


Der Wecker klingelte, aber ich hatte die Augen schon einen kleinen Spalt vorher aufgemacht. Ich habe manchmal Angst, dass ich bei solchen wichtigen Terminen verschlafen könnte und mein Körper denkt sich dann gerne mal: „wozu brauchen wir denn Schlaf?!“ Also schlüpfte ich noch ziemlich müde in mein Arbeitsoutfit und stiefelte rüber zum Haupthaus, wo Nadine auch gerade zur Tür herauskam. Gemeinsam fuhren wir zu ihrem Stall. Während Nadine die Pferde zusammen mit ihrem Göttergatten fütterte, deckte ich den Frühstückstisch. Der Kaffee lief runter wie Öl!

Wir hörten aus dem Reiterstübchen schon die ersten beiden Models. Manuela und Kirstin putzten ihre beiden Pferde gründlich und sahen ebenfalls noch etwas müde aus. Aber kurz nachdem wir alle zusammen auf die umzäunte Wiese liefen, wurden wir für das frühe Aufstehen mit sanften Sonnenstrahlen belohnt, die sich ihren Weg durch die Wolken suchten. Im entspannten Wechselrhythmus fotografierte ich die zwei Pferde alleine im Portrait, mit ihren Besitzerinnen zusammen im Kuschelmodus und natürlich durften auch die Bewegungsaufnahmen im Trab und Galopp nicht fehlen.

Kirstins ältere Hündin stand ebenfalls vor meiner Kamera. Diese süße Maus hat sich so über das frühe Toben und Schmusen gefreut. Ach, war das ein schöner Anblick! Zum Abschluss standen Kirstin, ihre Hündin und ihr Pferd Finis noch einmal zusammen vor der Linse. Sie hatte sich nämlich genau das gewünscht: ein Foto mit ihren 2 Vierbeinern und wenn ich sowas schon weiß, dann möchte ich das dem Kunden auch erfüllen.

Manuela war gerade richtig am Schmusen mit der Stute Coco, als es passierte. Sie hob durch ein Geräusch abrupt den Kopf und jeder Pferdemensch kennt diesen Schmerz, der darauf folgte. Ihr Pferd verpasste Manuela eine richtig schwungvolle Kopfnuss und man konnte die Sterne über ihrem Kopf kreisen sehen. Ihr Mann war natürlich sofort zur Stelle und stützte Manuela. Was würden wir nur ohne die starke Hand der Männer tun? (2. Missgeschick) Das erste Shooting für diesen Morgen war erfolgreich gewesen und ich freute mich auf eine kurze Pause zum Hände aufwärmen an der Heizung im Reiterstübchen. :)

Als nächstes war Laura mit ihrem Hannoveraner Wallach Quinero an der Reihe. Laura wusste genau, welche Art von Bildern sie gerne hätte und so starteten wir mit den Bildern vor schwarzem Hintergrund im Scheuneneingang. Die “oben ohne Look” Bilder nur mit einem dünnen Shootinghalfter, dann mit schön glänzender Kandare waren ziemlich schnell im Kasten und so konnten wir, schneller als gedacht, zur zweiten Location wandern. Wir nutzten dafür das Stoppelfeld direkt hinter den Paddocks. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt schon deutlich höher stand, war das gar nicht so leicht. Die harten Schatten störten bei einigen Posen und Blickwinkeln doch sehr, aber wir haben dann doch ein paar schöne Aufnahmen gestalten können. Zum Abschluss wünschte sich Laura klassische Reitbilder im Dressuroutfit. Der Reitplatz von Nadines Stall hatte einen tollen neuen Boden, der durch seine helle Farbe einen schönen Kontrast zu dem dunklen Quinero darstelle. Laura war happy, aber nun auch ziemlich kaputt, denn die Aufregung und das Dressurreiten sind doch anstrengender als man vielleicht denkt. :)


Nadine war so lieb und hatte zwischenzeitlich Mittagessen gekocht. Sie stellte einen Topf Kartoffeln und dazu eine große Portion Kohl Hack Pfanne auf den Tisch. Lecker! Das kam genau richtig. Ich vergesse den Hunger gerne mal im Fotografie Modus, aber sobald dann eine Pause kommt, knurrt mein Magen dann doch ziemlich.


Nach der Essenspause stand schon das nächste Model bereit. Die liebe Celine wünschte sich Fotos vor schwarzem Hintergrund von ihrer Schimmelstute Pira Pirelli. Auf dem Putzplatz tänzelte Pira schon ungeduldig von einem Huf zum anderen. Die Stute wollte loslegen und auch Celine hat sich gerade in ihr Shooting Outfit geschmissen. Eine schöne Jeans, mint grünes Shirt und dazu ein lässiger Cardigan, schlicht und trotzdem schick. Pira war gar nicht so leicht zu beeindrucken und die Animateurinnen haben alles gegeben. Auch die Kuschelbilder vor dem schwarzen Hintergrund waren gar nicht so leicht, weil Pira fast immer gleich die ganze Hand von Celine mit in das Maul genommen hat. (Die Pferdesabber konnte man nachher sogar auf den Fotos entdecken) Aber für sein Traummotiv geht man solch ein Risiko doch gerne ein. ;)


Nun stand das letzte Doppelshooting an diesem Tag an. Katharina zusammen mit ihrem Haflinger Aladin und Jennifer mit ihrem braunen Oldenburger Wallach Pauli. Man konnte die zwei Mädels schon von weitem aus dem Stall quatschen hören. Es wurde noch einmal kräftig überlegt, welches Outfit nun getragen werden sollte, denn beide hatten eine große Tüte mit möglichen Klamotten dabei. Wir starteten wieder abwechselnd mit den Fotos im Scheuneneingang und der Haflinger Aladin hatte ein paar Grashalme zu viel im Sommer auf der Weide gefunden, weshalb Katharina um “vorteilhafte Posen” gebeten hatte. Natürlich war das gar kein Problem und Aladin sah wunderschön aus! :)

Jennifer wollte gerne Bilder vor Schwarz im Kleid und auch in einem lässigen Outfit. Beides wirkte zusammen mit ihren knalligen pinkfarbenen Haaren sehr cool! Nach einer kurzen Umziehpause ging es dann für uns alle auf die Wiese hinter dem Stall. Es wurden auch hier wie bei den anderen Kunden Freilaufbilder, Kuschelbilder und auch ein Gruppenbild der beiden Freundinnen mit ihren Pferden gemacht. Solche Gruppenbilder finde ich immer etwas schwieriger, weil man mehrere Personen und Tiere in richten Posen und in dem richtigen Moment erwischen muss. Aber man hat auf jeden Fall auch was zu lachen gehabt, denn die beiden Wallache lieben sich und wollten die ganze Zeit miteinander knuddeln, was zu witzigen Verrenkungen führte. ;)

Während Jennifer sich noch einmal kurz für ihre letzten Bilder in Reitklamotten warf, ritt Katharina mit märchenhaftem Kleid auf ihrem Haflinger über die Wiese. Wenn man Katharina kennengelernt hat, weiß man, dass ihr das fast selbst etwas zu mädchenhaft war, aber jeder darf mal so einen “Mädchen-Moment” haben. ;)


Zum Abschluss dieses Shootings stand noch etwas an, was ich so noch nie hatte. Jennifer ist von Beruf eine Truckerin und wollte so gerne Bilder mit ihrem Pferd und ihrem LKW haben. Also überlegte ich nach unserem Telefonat einige Tagen zuvor, wie ich diesen Wunsch gut umsetzen kann. Ihr Chef parkte den LKW auf einem kleinen Landweg und da die Sonne schon fast weg war, konnte man nun die Scheinwerfer am Brummi anschalten, Jenni mit ihrem Pauli dann frontal zwischen die Scheinwerfer platzieren und so einen Rahmen aus Licht für das Foto nutzen.


Durchgefroren, müde, mit komplett leeren Kamera Akkus und einem Lächeln auf dem Gesicht neigte sich auch dieser Tag dem Ende zu. Nach der heißen Dusche lud mich Nadine noch auf ihre Couch zum Abendessen ein. Wie erzählten noch eine kleine Weile miteinander und danach schlurfte ich in das kleine Gartenhaus hinüber. Dort sicherte ich natürlich noch die Bilder vom Tag auf gleich 2 verschiedenen Festplatten. (dauerte deutlich länger als gedacht bei den Bildermengen). Nun aber fix unter die Bettdecke schlüpfen!...


Teil 3 folgt natürlich nächste Woche :)!

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